"Menschenwürdig bis zuletzt"



25 ehrenamtliche Mitarbeiter begleiten Sterbende
  
Forchheim  --  "Es ist jemand bei mir: Ein Mensch, der mich liebevoll begleitet und sich Zeit nimmt" - Für Sterbende sind Menschen, die ihnen in den letzten Stunden Beistand leisten, eine wichtige Stütze auf ihrem schweren Weg. Ein weiterer Ausbildungskurs des Hospizverein für den Landkreis Forchheim ist abgeschlossen und die neuen Begleiter gehen nun ihrer ehrenamtlichen Aufgabe nach. Für die Patienten und ihren Angehörigen ist die Sterbebegleitung des Vereins kostenlos.

Die insgesamt 25 ausgebildeten Hospizhelfer und --helferinnen des Hospizverein für den Landkreis Forchheim haben die Erfahrung gemacht, dass Sterbebegleitung auch dem Helfenden etwas gibt: "Wir sind uns am Ende Deines Weges begegnet und gingen ein Stück Leben zusammen -- habe ich Dich, oder hast du mich begleitet?". Diese Frage stellen sich die Neuen wie die langjährigen Helfer und Helferinnen, die schwerkranke und sterbende Menschen begleiten.

Seit einem Jahr werden sie dabei von Einsatzleiterin Sabina Peter fachlich unterstützt: Die Krankenschwester mit Fachausbildung in den Bereichen Intensivpflege und Reanimation, Stationsleitung und Palliativcare-Weiterbildung, macht den Erstbesuch beim Patienten und sucht für ihn den passenden Hospizhelfer. "Meine Aufgabe ist es, Ansprechpartnerin für Patienten, Angehörige und Helfer zu sein. Ich kümmere mich um die Ehrenamtlichen, unterstütze sie bei Problemen und bin beteiligt an der Aus- und Weiterbildung der Hospizhelfer."

So plant der Hospizverein für den Landkreis Forchheim auch schon wieder den nächsten Kurs."Um den Bedarf an Begleitungen weiterhin zu decken, sucht der Verein weitere Helfer, die Zeit haben, sich in einer stabilen Lebenssituation befinden und psychisch belastbar sind." Die Ausbildung entspricht den Standards des Bayerischen Hospizverbandes und erstreckt sich über ein Grund- und Aufbauseminar. Die Teilnahme ist offen für alle. Referenten sind erfahrene Dozenten aus der Hospizarbeit, der ambulanten und stationären Pflege, der Palliativpflege und der Seelsorge. Ein Praktikum in einer ambulanten Pflegeeinrichtung schliesst sich an. Wer sich auf die Begleitung Schwerkranker und Sterbender einlässt, erkennt sehr bald, dass dies auch Arbeit an sich selbst bedeutet -- d.h. die eigene Angst, Ohnmacht und Hilflosigkeit zu akzeptieren. Der Kurs soll zum Nachdenken über die eigene Endlichkeit anregen und Mut machen, sich auf Sterbende einzulassen.

Der Hospizverein für den Landkreis Forchheim, der derzeit 150 Mitglieder zählt, stellt die praktische Hospizarbeit unter das Motto: "Menschenwürdig bis zuletzt". Die Hospizhelfer hören zu, tragen Nöte mit und versuchen Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Sie sind den christlichen Werten verpflichtet, gleichwohl aber offen für alle Weltanschauungen. Aktive Sterbehilfe lehnt der Hospizverein für den Landkreis Forchheim ab. Sabina Peter betont: "Wir wollen unseren Mitmenschen bis zum natürlichen Tod ein würdevolles Leben ermöglichen."